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Semmering-Basistunnel: Die 800-Mann-Baustelle ist voll auf Schiene

Kleine Zeitung
24.11.2017

Semmering-Basistunnel: Die 800-Mann-Baustelle ist voll auf Schiene

Seit drei Jahren wird am Semmering-Basistunnel mit Hochdruck gebaut. Von Gloggnitz aus sind die Mineure schon fast 2,5 Kilometer tief im Berg. Die Kleine Zeitung war in der Tunnel-Baustelle - hautnah am Geschehen.

Seit fast drei Jahren wird am Semmering-Basistunnel gearbeitet. Von Gloggnitz aus sind die Mineure schon 2,5 Kilometer tief im Berg, auch in Göstritz, in Grautschenhof und in der Fröschnitz geht es zügig voran, wie Projektleiter Gerhard Gobiet gestern bei einer Befahrung der Baustelle Göstritz sagte: „Wir sind bei der Bauzeit und den Kosten im Plan, es sind schon mehr als 75 Prozent des Gesamtbudgets von 3,3 Milliarden Euro an Aufträgen vergeben.“

Und was ist mit den Tunnelgegnern? Gobiet: „Wir haben rechtskräftige Bescheide für alle Teilbereiche. Ob die Gegner zum Europäischen Gerichtshof gehen, entzieht sich meiner Kenntnis.“ Auch im Berg sind Überraschungen bisher ausgeblieben: „Die erwarten wir auch nicht, das Gestein wurde äußerst genau erkundet.“

Semmering-Tunnel: "Wir graben uns Meter für Meter in den Berg"

 

In Göstritz bei Schottwien ist der 1,1 Kilometer lange Tunnel in den Berg fertig, von dort geht es schon bald 250 Meter senkrecht nach unten. Sieben Monate lang graben sich dann die Mineure nach unten, bohren täglich 1,30 Meter tiefe Löcher, sprengen und räumen das Material nach oben. Wenn sie endlich auf Höhe der beiden Bahn-Tunnels angelangt sind, wird in beide Richtungen vorangetrieben – nach Gloggnitz und nach Mürzzuschlag. „Zwischenangriff“ nennen das die Bergleute.

Von dieser Baustelle in Göstritz geht es 1,1 Kilometer waagrecht in den Berg und dort 250 Meter senkrecht nach unten. Dort angekommen, treibt man die Tunnelröhren in beide Richtungen voran. Das wird erst 2019 beginnen.

Von dieser Baustelle in Göstritz geht es 1,1 Kilometer waagrecht in den Berg und dort 250 Meter senkrecht nach unten. Dort angekommen, treibt man die Tunnelröhren in beide Richtungen voran. Das wird erst 2019 beginnen.

Über die Schächte wird später das Material nach oben gebracht – im gesamten Tunnel fallen 6 Millionen Kubikmeter an, zwei Drittel landen auf der Deponie im Longsgraben bei Steinhaus. „Wir machen fast alles mit Förderbändern, um die Umweltbelastung niedrig zu halten“, betont Gobiet.

Beim zweiten Zwischenangriff in der Fröschnitz, auf steirischer Seite, ist man schon an der Sohle angekommen und wird bald die Vortriebsmaschinen hinunterlassen. Das ist kompliziert und geht nur in Einzelteilen, die Schächte haben nur 10 Meter Durchmesser und die fertige Vortriebsmaschine ist fast 200 Meter lang.


800 Personen sind derzeit an den vier Baustellen beschäftigt, bis zu 1200 werden es sein, wenn alles voll läuft. 2024 soll der 27,3 Kilometer lange Tunnel im „Rohbau“ fertig sein, 2026 fahren die Züge – und die Fahrzeit Graz-Wien verkürzt sich um eine halbe Stunde.







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